Vom Wissen zur Kompetenz

Wie unterstützen wir erfolgreiches Lernen?

Lernziele sind mächtige Werkzeuge – vorausgesetzt, du gibst ihnen die richtige Ausrichtung. Es gilt, weg vom reinen auswendiggelernten Abrufwissen zu kommen und hin zu überprüfbaren Kompetenzen, die durch Training erworben werden.

Onlinekurse und das Flipped-Classroom-Prinzip bieten dir das Potenzial, Bildung flexibler und interaktiver zu gestalten. Doch oft stehen wir vor der Herausforderung, über die reine Wissensvermittlung hinauszugehen. Echte Kompetenz entsteht nämlich erst im zweiten Schritt: wenn das Wissen durch eigenständiges Handeln, Reflektieren und Umsetzen aktiv angewandt wird.

Wie gestaltest du also Kurse, die wirkliche Handlungskompetenz vermitteln? Dazu benötigst du drei zentrale Werkzeuge: substantielle Deskriptoren für Lernziele, die Bloom’sche Taxonomie und das Prinzip des Constructive Alignment.

1. Was sollen deine Teilnehmenden am Ende wirklich können?

Der erste Schritt ist die klare Definition von Lernzielen. Im hochschulischen Kontext bedeutet dies nicht, dass jemand Auswendiggelerntes nur wiedergeben kann, sondern den „Input“ für einen eigenständigen „Output“ nutzbar macht.

Hier hilft dir die Bloom’sche Taxonomie, um Lernziele nach kognitiven Anforderungen zu strukturieren und vom bloßen Wissen zur Analyse zu transformieren. Ein Beispiel, wie sich das Niveau steigert:

  • Wissen: „Teilnehmende können die Grundbegriffe der Statistik erklären.“
  • Verstehen: „Teilnehmende können Daten in einem Streudiagramm interpretieren.“
  • Anwenden: „Teilnehmende können einen Datensatz mit statistischen Methoden analysieren.“
  • Analysieren: „Teilnehmende können die Stärken und Schwächen einer Analyse beurteilen.
  • Gestalten: „Teilnehmende können einen Datensatz mit statistischen Methoden erstellen.“

2. Das Prinzip des Constructive Alignment

Damit diese Ziele erreicht werden, müssen alle Kurselemente aufeinander abgestimmt sein. Diese Ausrichtung nennt man Constructive Alignment. Es verbindet drei Eckpfeiler:

Constructive Alignment
Constructive Alignment
  1. Angestrebte Lernergebnisse: Was sollen die Lernenden am Ende tun können?
  2. Lehr- und Lernaktivitäten: Welche Materialien und Übungen fördern genau diesen Kompetenzaufbau?
  3. Prüfungsaufgaben: Messen die Tests wirklich das, was in den Lernzielen definiert wurde?

Ein einfaches Beispiel: 

Lautet dein Lernziel: „Teilnehmende können eine Präsentation zu einem wissenschaftlichen Thema erstellen“, dann müssen deine Kursinhalte Anleitungen zur Präsentationstechnik bieten. Konsequenterweise muss die Abschlussprüfung dann das Erstellen und Halten einer Präsentation fordern.

Transparenz ist hier entscheidend: Deine Teilnehmenden erfahren zu Beginn, was am Ende erwartet wird, und können zielgerichtet ihre Umsetzungskompetenz trainieren.

3. Die entscheidende Rolle von Anwendungsübungen

Warum sind Übungen unverzichtbar? Weil sie Lernende dazu zwingen, Wissen in die Praxis umzusetzen. Auch wenn sie oft unbeliebt sind, sofern sie nicht prüfungsrelevant sind, sind sie für den Lernerfolg kritisch:

  • Aktive Auseinandersetzung: Führt zu tieferem Verständnis.
  • Fehlerkultur: Fehler im Übungsprozess helfen, Schwächen zu erkennen und zu beheben.
  • Nachhaltigkeit: Kompetenzen verfestigen sich nur durch wiederholte Anwendung.

Praxis-Tipp für deinen Kurs: Integriere am Ende jeder Lektion kleine Aufgaben (z. B. Problemlösungen) und am Ende jedes Kapitels umfangreichere Szenarien oder Fallstudien. Automatisiertes Feedback (z. B. bei Quizzen) hilft den Lernenden dabei, ihren Fortschritt selbst zu überprüfen.

Fazit

Ob Onlinekurs oder Flipped Classroom: Erfolgreiches Lernen erfordert mehr als reine Stoffaufnahme. Klare Lernziele, sauberes Constructive Alignment und fordernde Anwendungsübungen sind der Schlüssel, damit Lernende am Ende nicht nur mehr wissen, sondern auch mehr können.

Denn: Kompetenz entsteht durch Tun, nicht durch Zuhören!

Constructive Alignment wird übrigens grundsätzlich für unsere Lehre erwartet.

Reine Vorlesungsveranstaltungen sind jedoch nicht in der Lage, diesem Auftrag gerecht zu werden.

Wer weiterhin noch viel mit solcher „Old-school-Lehre“ arbeiten muss, kann in unserem neuen Angebot zum Flipped Classroom auch aktivierende Ideen für seine Vortragstermine mitnehmen.

Wie man sie realisiert, das trainieren wir in unserer Transferwerkstatt!

Drei Wege, deinen Flipped Classroom zu bauen:

„old-school“: Buch

  1. Lesen, ein wenig verstanden.  ✅
  2. Durchblättern, etwas suchend. 🤔
  3. Aber keine Antworten erhalten.❓
  4. Leider keine Community vorhanden. 🤨
  5. Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
  6. Weggelegt, vergessen, verstaubt. ☹️

Wahrscheinlichkeit der Umsetzung:

25 Prozent 🙃

€ 19,99

„old-school“: Kurs

  1. Zuhören, schon mehr verstehen. ✅
  2. Durchblättern, noch mehr verstehen. ✅
  3. Erste Antworten gefunden. ✅
  4. Leider keine Community vorhanden. 🤨
  5. Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
  6. Weggeklickt, Zugang vergessen. 😑

Wahrscheinlichkeit der Umsetzung:

38 Prozent 🙃

€ 69,00

Transferwerkstatt

  1. Zugehört, echt viel verstanden. ✅
  2. Die Aufgaben eingereicht. ✅
  3. In der Community angedockt. ✅
  4. An Live-Meetings teilgenommen. ✅
  5. Den eigenen Kurs strukturiert. ✅
  6. Die ersten Elemente fertig. 😸

Wahrscheinlichkeit der Umsetzung:

94 Prozent 😊

€ 249,00